09.09.2009, 12:22 WM-Gastgeber Südafrika verliert auch in Irland

(SID) Die Mannschaft harmlos, der Trainer sprachlos, die Stimmung hoffnungslos: Nach der sechsten Niederlage in Folge liegt Südafrikas Fußball nur neun Monate vor Beginn der WM im eigenen Land am Boden. Das 0:1 gegen Irlands C-Elf am Dienstag in Limerick legte die eklatanten Schwächen der "Bafana Bafana" erneut schonungslos offen - und rief wieder mal die Kritiker auf den Plan.

"Wir werden bei der WM sehr große Probleme bekommen", sagt Jomo Sono, bei der WM-Endrunde 2002 Südafrikas Coach, im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Schuld an der schlechtesten Serie seit fünf Jahren habe sowohl Trainer Joel Santana, der auf die falschen Profis setze ("80 Prozent sind über ihrem Zenit"), als auch die Spielerberater. "Das Team wird von Agenten kontrolliert. Da ist zu viel Politik im Spiel", sagt er.

"Gefährlich wie ein stumpfes Rasiermesser"

Auch die heimische Presse sorgt sich. "Santanas Männer waren so gefährlich wie ein stumpfes Rasiermesser. Wenn sie nicht endlich ein bisschen Torgefahr entwickeln, dürfen wir kaum hoffen", schrieb die Tageszeitung Pretoria News. Das Blatt Mail and Guardian klagte: "In einem Anfall voll umfassender Amnesie scheint Südafrika vergessen zu haben, wie man gewinnt. Das Spiel weckte die ernste Sorge, dass der Gastgeber gefährlich weit vom Weg abgekommen ist."

Das Team um den starken Ex-Dortmunder Steven Pienaar bestimmte das Geschehen zwar über weite Strecken und hatte nahezu 70 Prozent Ballbesitz. Jedoch brachte der harmlose Angriff mit Katlego Mphela und Bernard Parker keinen einzigen Torschuss zustande. Weil Irland ein Elfmeter verweigert wurde, war Südafrika mit dem 0:1, das Liam Lawrence per Freistoß sicherstellte (37.), sogar noch gut bedient.

"Attraktiv, aber zahnlos"

Als "attraktiv, aber zahnlos", verhöhnte die Irish Times das Spiel von Pienaar und Co.: "Es ist ihnen nicht nur nicht gelungen, eine Mannschaft auch nur in Gefahr zu bringen, die weit von dem Niveau entfernt ist, was sie bei der WM erwartet - sie haben auch noch gegen diese Mannschaft verloren." Das Fazit: "Demoralisierend."

So muss es auch Santana empfunden haben. Der bisweilen heftig kritisierte Brasilianer überließ das Reden aber seinem Kapitän Aaron Mokoena. Die Negativserie, behauptete dieser, "berührt uns Spieler nicht im geringsten. Es ist enttäuschend, wenn man nicht gewinnt, obwohl man gut gespielt hat. Aber wir haben in den beiden Spielen gegen Irland und Deutschland (0:2) auch viel Positives gesehen."

Am Kap werden die Rufe nach einer Rückkehr von Rekordtorschütze Benni McCarthy von den Blackburn Rovers jedoch lauter. Drei Tore in den vergangenen sechs Spielen sprechen eine zu deutliche Sprache. Ob mit oder ohne McCarthy - beim nächsten Test ist Besserung in Sicht, denn für den 19. September hat sich Südafrika die Mannschaft Madagaskars eingeladen. Die ist 131. der Weltrangliste und damit der willkommene Aufbaugegner für die am Boden liegende Santana-Elf.

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