01.09.2009, 11:22 Schmidt sieht Zweifel an WM 2010 widerlegt

(SID) DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt sieht Südafrika trotz der Transport- und Sicherheitsprobleme für die WM 2010 gerüstet. "Die Skeptiker aus Europa, die Südafrika anfangs zu wenig Vertrauen entgegengebracht haben, werden nicht recht behalten und in ihren teilweise überzogenen Schreckens-Szenarien nicht bestätigt werden. Südafrika wird viele Zweifler widerlegen und viele Kritiken entkräften. Bisher sind jedenfalls alle Versprechungen eingehalten worden. Südafrika hat bewiesen, dass es in der Lage ist, die WM im nächsten Jahr auszurichten", sagte Schmidt im Interview mit dfb.de.

Seit zwei Jahren ist Schmidt, der seit 1974 an der Organisation sämtlicher WM-Turniere beteiligt war, als Berater des Weltverbandes FIFA für die WM 2010 in Südafrika tätig. Rund 30 Mal ist der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seitdem in das Ausrichterland gereist, um dem WM-Organisationskomitee Südafrikas vor Ort unter die Arme zu greifen.

Infrastruktur noch nicht ausreichend

Allerdings sind noch lange nicht alle Mängel behoben. Große Sorgen bereitet weiter die mangelhafte Infrastruktur, die vor allem beim WM-Testlauf Confed Cup Ende Juni für Probleme sorgte. "Die Leute kommen üblicherweise erst kurz vor dem Anpfiff in die Stadien. Weil das hierfür eingeführte Park- und Ride-System zur Entlastung des ohnehin nicht in der nötigen Größenordnung vorhandenen öffentlichen Nahverkehrs viel zu spät und nur unvollständig installiert wurde, trafen die letzten Zuschauer teilweise in der Halbzeitpause ein. Bei diesem Komplex, dem öffentlichen Verkehr und damit verbunden einem früheren Eintreffen der Zuschauer in den Stadien, müssen die Anstrengungen im kommenden Jahr erhöht werden", meinte Schmidt.

Selbst bei den Unterkünften muss noch nachgebessert werden. "Auch diese Frage muss jetzt endlich stärker in den Fokus gerückt werden. Wir haben derzeit etwas mehr als 100.000 Hotelzimmer gelistet, die die notwendigen Qualitätsmerkmale erfüllen. Daneben gibt es etwa rund 40.000 ungelistete Zimmer. Wenn also circa 400.000 WM-Gäste aus dem Ausland erwartet werden, kann man sich leicht ausrechnen, welche Hotel-Kapazität benötigt wird", sagte Schmidt, der diese Problematik mit dem Bau von Fan-Dörfern in den Großstädten lösen will.

"Sicherheitsbereich hat an Qualität gewonnen"

Dafür müssen aber genügend Sicherheitskräfte vorhanden sein. "Der Sicherheitsbereich hat erheblich an Qualität gewonnen, ohne dass man ihn nunmehr vernachlässigen darf. Die staatlichen Einrichtungen haben sich beim Turnier um den Confed Cup als sehr leistungsfähig erwiesen. Die Polizei hat dabei eine ausgesprochen positive Rolle gespielt, war bürgerfreundlich und hilfsbereit. Zudem ist sie in wesentliche Abläufe in den Stadien eingebunden. Ohne die Polizei funktioniert das dort nicht. Die Polizei hat eine überragende Rolle gespielt, die auch Bereiche umfasst, die man ihr nicht ohne Weiteres zuordnen konnte", sagte Schmidt.

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