22.06.2009, 13:22 Obama soll beim WM-Auftakt erscheinen

Geht es nach dem Willen von FIFA-Chef Joseph S. Blatter, wird kein Geringerer als US-Präsident Barack Obama im kommenden Jahr dem Auftakt der historischen ersten Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent beiwohnen. Der Schweizer Weltverbands-Boss hofft, dass der 47-Jährige, erster afro-amerikanischer Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, zum Eröffnungsspiel der WM in Südafrika am 11. Juni im Soccer-City-Stadion von Johannesburg anreisen wird. Dies erklärte der Schweizer bei einem Medientreffen am Montag am Rande des Confed Cups in Johannesburg.

Obama habe signalisiert, zur Eröffnungsfeier kommen zu wollen, berichtete Blatter. Eine endgültige Zusage des Weißen Hauses liegt allerdings noch nicht vor. "Es hat einen Briefwechsel zwischen Präsident Obama und Präsident Blatter gegeben", sagte FIFA-Kommunikationsdirektor Hans Klaus dem SID.

Ein Erscheinen Obamas zum Auftakt der WM-Endrunde könnte nochmals die besondere Bedeutung der Weltmeisterschaft am Kap der guten Hoffnung unterstreichen. Durch eine erfolgreiche WM 2010 könnte Südafrika die Rolle als "Lokomotive" für den Schwarzen Kontinent mehr als bisher ausfüllen.

"Wir und unserer Partner vertrauen Afrika", sagte Blatter vor internationalen Medienvertretern im FIFA-Hauptquartier im Johannesburger Stadtteil Sandton: "Es geht um Solidarität. Dies ist nicht nur ein Wort, sondern es muss mit Leben erfüllt werden. Ohne die von der FIFA eingeführte Rotation der WM-Turniere unter den verschiedenen Konföderationen hätte es keine WM in Afrika gegeben. Die WM nach Afrika zu geben, war ein Akt der Gerechtigkeit. Es geht um eine moralische Verantwortung."

Blatter hofft auf Schneeballeffekt

Der 73-Jährige hofft, dass die WM im kommenden Jahr eine Initialzündung für den einstigen Apartheid-Staat bedeutet und einen Schneeballeffekt erzeugt. "Es wird funktionieren, die Weltmeisterschaft wird ein Erfolg, nicht nur ein kommerzieller", sagte Blatter.

FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke zog zudem Vergleiche zur WM 2006 in Deutschland. "Schon jetzt ist das Interesse der internationalen Fernsehanstalten an der WM in Südafrika auf dem selben Niveau wie 2006. ESPN (US-Sport-TV-Sender, d.Red.) wird soviel wie noch nie von einer Fußball-WM berichten", sagte der FIFA-"General".

Valcke ("Insgesamt war es ganz in Ordnung") ist nach Abschluss der Vorrunde mit dem WM-Testturnier Confederations Cup zufrieden, sprach allerdings einige vorhandene Defizite an, die in einer Manöverkritik nach Ende des Turniers im kritischen Dialog mit dem südafrikanischen Organisationskomitee angesprochen werden. "Ganz oben auf der Liste wird die Transportproblematik stehen. Dies hat nicht so funktioniert wie erhofft - und im Gegensatz zur WM gab es nicht sehr viele ausländische Gäste. Aber keine Frage: Südafrika ist in der Lage, eine Weltmeisterschaft auszurichten."

Preisgestaltung schwierig in Südafrika

Nachbesserungen sind in puncto Sicherheit, Unterbringung und im Ticketing notwendig. Im Hinblick auf den Konföderationen-Pokal 2013 in Brasilien als Test vor der WM 2014 soll zudem die Preisgestaltung überprüft werden. In Südafrika war es schwer, die Karten der teuren Preiskategorien eins und zwei (ab 60 Euro) abzusetzen. Laut Valcke fehlen zudem nach wie vor rund 15.000 Zimmer für die WM. "Insgesamt sind wir zufrieden, allerdings bedarf es noch eines gewissen Trainings", äußerte der Generalsekretär.

Die Kritik an den zum Teil zu strikten Sicherheitsvorkehrungen, beispielsweise in Bloemfontein, wo die Autos selbst von Akkreditierten auf Hebebühnen verfrachtet und von Sprengstoffspürhunden durchsucht wurden, wies Valcke zurück: "Dies ist besser, als wenn gesagt worden wäre: Südafrika tut zu wenig für die Sicherheit."

Blatter nahm zudem Stellung zur Frage nach der Nutzung der für die WM neu erbauten sechs Stadien: "Sie sind multifunktionell angelegt und nicht nur reine Fußball-Arenen. Somit können sie nachhaltig für die Zukunft genutzt werden."

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