06.06.2009, 09:02 Portugal und Schweden zum Siegen verdammt

Portugal steht mit dem Rücken zur Wand, England will seine weiße Weste wahren, und die Niederlande können mit einem Sieg bereits ihr Ticket nach Südafrika sichern: Während die deutschen Nationalspieler schon Urlaub machen, wird es für andere europäische Top-Nationen heute in der Qualifikation zur WM 2010 ernst.

"Wenn wir in Albanien nicht gewinnen, dann haben wir es auch nicht verdient. Wir haben das beste Team in der Gruppe. Das müssen wir endlich zeigen", sagte Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo vor dem Auswärtsspiel in Tirana. Als Dritter der Gruppe 1 hat Portugal nur magere sechs Punkte auf dem Konto und schon sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Dänemark. Ein Sieg in Albanien ist daher Pflicht. "Wir werden 90 Minuten hochklassigen Fußball und großen Einsatz zeigen", versprach Trainer Carlos Queiroz.

Schweden unter Druck

Ebenfalls unter Druck stehen die mit Portugal punktgleichen Schweden im skandinavischen Duell gegen Dänemark. Im Team von Trainer Lars Lagerbäck heißt der große Hoffnungsträger Zlatan Ibrahimovic. Der Angreifer von Inter Mailand soll die Sturmflaute von nur zwei Treffern aus vier Spielen beenden. "Je häufiger Zlatan den Ball bekommt, desto besser ist dies für uns", sagte Lagerbäck. Allerdings hat Ibrahimovic im Trikot der Nationalelf seit einem Jahr nicht mehr getroffen.

Für die stets torgefährlichen Niederländer ist die WM-Teilnahme dagegen bereits zum Greifen nahe. Die Mannschaft des ehemaligen Dortmunder Trainers Bert van Marwijk würde bei einem Sieg auf Island mit der makellosen Bilanz von sechs Siegen aus sechs Spielen vorzeitig als Erster der Gruppe 9 feststehen. "Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind. Wir wollen alles klarmachen", sagte van Marwijk, der vom niederländischen Verband bereits das WM-Halbfinale als Zielsetzung für Südafrika erhielt.

So weit sind sie in England noch nicht. Zwar würde der ungeschlagene Tabellenführer der Gruppe 6 (15 Punkte in fünf Spielen) mit einem Dreier in Kasachstan seine weiße Weste wahren und einen großen Schritt Richtung WM machen. Doch Steven Gerrard warnte vor den von Bernd Storck trainierten Osteuropäern. "In der Regel wird von England ein klarer Sieg erwartet. Aber solche Gegner können sehr gut organisiert und schwer zu schlagen sein", meinte der Mittelfeldspieler des FC Liverpool.

Ukraine mit dem Rücken zur Wand

Den Abstand zu den Engländern verringern wollen unterdessen die Verfolger Kroatien (10 Punkte) und Ukraine (7). Vor allem die Ukraine muss auswärts unbedingt punkten, um nicht nach der EURO 2008 zum zweiten Mal in Folge ein großes Turnier zu verpassen. Stürmerstar Andrej Schewtschenko droht allerdings wegen Formschwäche die Bank.

Kleine WM-Chancen darf sich sogar noch Bernd Stange ausrechnen. Voraussetzung ist allerdings ein Pflichtsieg mit Weißrussland (6) gegen Fußball-Zwerg Andorra. Dabei feiert der 61-Jährige sein 100. Länderspiel als Nationaltrainer. "Ich kann schon ein bisschen stolz sein. Aber ich hätte mein Hundertstes natürlich lieber im Wembley-Stadion gefeiert", sagte Stange.

In der deutschen Gruppe 4 trifft Berti Vogts mit Aserbaidschan auf Wales. Die Mannschaft des früheren Bundestrainers ist in der WM-Qualifikation in vier Spielen noch torlos und steht mit einem Punkt nur dank der geringeren Anzahl von Gegentreffern vor Liechtenstein. Das Schlusslicht spielt am Samstag in Finnland.

Österreich muss gegen Spitzenreiter Serbien bestehen

Vor einer schweren Aufgabe steht Österreich in der Gruppe 7. Das viertplatzierte Team von Nationaltrainer Dietmar Constantini muss beim Spitzenreiter Serbien antreten, der fünf Punkte mehr auf dem Konto hat. "Uns muss alles gelingen, den Serben so wenig wie schon lange nicht mehr", erklärte Constantini die Ausgangsposition.

In der Gruppe 8 könnte Giovanni Trapattoni mit den Iren ausgerechnet seinen Landsleuten die Tabellenführung klauen. Dafür müssen die Inselkicker (12) in Bulgarien (7) siegen. Weltmeister Italien (14) ist spielfrei.

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