16.04.2009, 13:31 Bierhoff schließt Strafe für Wiese aus

Nationalkeeper Tim Wiese von Werder Bremen muss nach seinen Verbalattacken gegen Jens Lehmann keine Sanktionen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) fürchten. "Die Aussagen von Wiese waren nicht außerhalb der Grenzen. Es muss da nicht zu Maßnahmen kommen. Es ist nicht so, dass wir den Spielern den Mund verbieten wollen. Sie sollen lediglich respektvoll miteinander umgehen", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff am Donnerstag in Erfurt.

Wiese hatte sich Lehmann gegenüber in den vergangenen Tagen allerdings äußerst respektlos gezeigt, nachdem der Schlussmann vom VfB Stuttgart mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika wiederholt Comeback-Absichten geäußert hatte. "Ich spreche auch für die anderen Torhüter. Was Lehmann macht, ist nur noch provozierend und verarschend. Der ist doch nicht ernst zu nehmen. Lehmann macht ständig komische Sachen. Entweder er schmeißt Schuhe weg, oder er schreit unseren Diego an. Mir geht er nur noch auf die Nerven", sagte Wiese.

Lehmann verweist auf Verhaltenskodex der DFB-Elf

Daraufhin hatte der 39-jährige Lehmann in einem Interview mit dem Fachmagazin kicker den moralischen Zeigefinger gehoben und auf den Verhaltenskodex der Nationalmannschaft verwiesen. "Es gibt einen Verhaltenskodex innerhalb der Nationalelf. Das wird der DFB regeln. Ich möchte auf Beleidigungen nicht reagieren", sagte der 61-malige Nationalspieler, der im August des vergangenen Jahres ursprünglich seinen Rücktritt aus der DFB-Auswahl bekanntgegeben hatte.

Dass es noch zu einer Rückkehr Lehmanns ins DFB-Tor kommen könnte, schloss allerdings auch Bierhoff kategorisch aus. "Wünschen kann sich jeder Spieler alles, aber für uns ist das kein Thema. Er ist anständig verabschiedet worden und wir haben drei sehr gute Torhüter. Es ist dennoch gut für Jens, sich in dem Alter so ein Ziel zu setzen", sagte Bierhoff, der auch eine Teilnahme Lehmanns an der Asien-Reise des Vize-Europameisters Ende Mai wegen möglicher Vereins-Verpflichtungen der Nationaltorhüter Wiese, Robert Enke und Rene Adler ins Reich der Fabeln verwies: "Wir haben beschlossen, die Situation abzuwarten. Vielleicht will Andreas Köpke ja selbst noch einmal ins Tor."

Bierhoff wird wohl verlängern

Unterdessen läuft bei Bierhoff alles auf eine Verlängerung seines 2010 endenden Vertrages beim DFB hinaus. Ein Engagement bei Rekordmeister Bayern München ist für den früheren Italien-Legionär "kein Thema", vielmehr will er den mit Bundestrainer Joachim Löw eingeschlagenen Weg auch über die WM 2010 hinaus weiter fortsetzen. "Ich bin beim DFB glücklich und wir werden uns im Sommer mit dem Präsidenten zusammensetzen, um über einen Vertrag über 2010 hinaus zu reden", sagte Bierhoff.

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