29.06.2009, 17:23 Brasilien dreht Confed-Cup-Finale noch

Dank Lucio und einer spektakulären Aufholjagd haben Brasiliens Fußball-Künstler zum dritten Mal den Konföderationen-Pokal gewonnen. Der fünfmalige Weltmeister besiegte in einem hochklassigen Finale des Testturniers zur WM-Endrunde 2010 in Südafrika die USA durch das Siegtor des Innenverteidigers von Bayern München (84.) nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 (0:2) und ist nun auch in diesem Wettbewerb Rekordsieger. Brasilien hatte 1997 und 2005 in Deutschland bereits zweimal gewonnen und liegt nun vor dem zweimaligen Gewinner Frankreich (2001 und 2003).

Nach Toren von Clint Dempsey (10.) und des ehemaligen Münchner und Leverkusener Bundesligaprofis Landon Donovan (27.) sah es nach einer Blamage für den Rekordweltmeister aus. Doch der überragende Luis Fabiano mit einem Doppelpack (46. und 74.) und Lucio drehten den Spieß vor 62.000 begeisterten Zuschauern in der zweiten Hälfte noch um. Für Brasilien war es der 15. Sieg im 16. Vergleich mit den USA. Luis Fabiano war mit fünf Toren bester Schütze des Turniers.

Lucio: "Nach der Pause haben wir uns den Sieg verdient"

"Das Tor hat für mich eine ganz große Bedeutung. Ich bin immer zu hundert Prozent bei der Sache, deshalb kamen mir nach dem Schlusspfiff auch die Tränen", sagte Lucio: "In der ersten Halbzeit waren wir schlecht, aber nach der Pause waren wir im Team stark und haben uns den Sieg verdient."

US-Coach Bob Bradley war dagegen enttäuscht: "Wir haben in der zweiten Halbzeit zu schnell das 1:2 zugelassen. Diese Niederlage tut weh, trotzdem bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft, die ein tolles Turnier gespielt hat."

Stunden zuvor hatte sich Europameister Spanien in einem spektakulären Duell mit Südafrika den dritten Rang gesichert. Die Iberer gewannen vor 40.000 Fans in Rustenburg mit 3:2 (2:2, 0:0) nach Verlängerung gegen aufopferungvoll kämpfende Gastgeber, die bei ihren Anhängern eine Woge der Begeisterung auslösten.

Die Amerikaner zeigten keinen Respekt vor ihren berühmten Gegenspielern und boten dem Favoriten von Beginn an Paroli. Nach zehn Minuten brachte Rechtsverteidiger Jonathan Spector eine scharfe Flanke in den Strafraum, die Clint Dempsey mit einer Direktabnahme in die lange Ecke zur Führung lenkte (10.). Die Vorbereitung zum sehenswerten 2:0 glich einer Demütigung: Schneller Pass aus der Abwehr auf London Donovan, der weiter auf Charlie Davis, der zurück auf Donovan. Der ließ dann noch Ramires aussteigen und vollendete mit links aus 15 Metern.

Überragender Tim Howard hält USA im Spiel

Überragend war bei den US-Boys Torwart Tim Howard, der gegen Kaka (7.), Felipe Melo (25.) und Andre Santos (35.) glänzend parierte. Kurz nach der Pause war er dann gegen den 15-m-Schuss von Luis Fabiano aus Drehung machtlos. Danach scheiterten dann wieder der Münchner Bundesliga-Profi Lucio (58.) und Kaka (60.) jeweils per Kopf an Howard. Den Ball von Kaka erwischte der US-Torwart aber wohl hinter der Torlinie, wie die TV-Bilder zeigten. 16 Minuten vor dem Ende fiel dann aber durch Luis Fabianos Kopfball der überfällige Ausgleich. Dann vollendete Lucio wieder per Kopf.

Im kleinen Finale in Rustenburg wurden die Zuschauer nach eher durchschnittlichen ersten 70 Minuten vollauf entschädigt. Der für den früheren Dortmunder Bundesligaprofi Steven Pienaar in der 64. Minute eingewechselte Katlego Mphela brachte Südafrika neun Minuten später in Führung. Dann drehte der ebenfalls eingewechselte Daniel Guiza den Spieß mit einem Doppelpack innerhalb von eineinhalb Minuten (88. und 89.) um.

In der dritten Minute der Nachspielzeit war Mphela dann mit einen Freistoß aus 20 Metern erfolgreich und rettete die Südafrikaner in die Verlängerung. Dort überwand Xabi Alonso Südafrikas guten Torhüter Itumeleng Khune mit einer scharf hereingeschlagenen Freistoßflanke in die lange Ecke.

Der dritte Platz ist ein versöhnlicher Abschluss für Spanien. Das Team von Nationaltrainer Vicente del Bosque hatte im Halbfinale überraschend 0:2 gegen die USA verloren, womit die Weltrekordserie der Iberer nun bei 35. Spielen in Folge ohne Niederlage und 15 Siegen nacheinander steht. Die Südafrikaner waren in der Vorschlussrunde noch unglücklich durch das Tor von Brasiliens Daniel Alves zwei Minuten vor dem Ende mit 0:1 gescheitert.

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